Kapstadt (Reisebericht)

(Südafrika)

Surfen

Bei schönem Wetter und Südostlage kann man jeden Tag mit Wind rechnen, egal ob der Wetterbericht 15 oder 40 Knoten ansagt. Ein Blick auf den Tafelberg ist meistens der beste Indikator, ob es Wind gibt. Wenn sich von der Luvseite des Berges Wolken nähern oder sogar das "Tischtuch" über dem Berg hängt, ist es an der Zeit einen ersten Windcheck am Sunset Beach zu machen, da sich dort der Southeaster als erstes durchsetzt.

Am Sunset Beach weht der Wind leicht sideoffshore von links. Sobald man 4,5 er Segel fährt wird das Wasser sehr kabbelig und die Surfbedingungen sehr ruppig. Springen ist relativ schwierig, da der Wind im Uferbereich böig ist und die Welle nah am Ufer auf einer Sandbank bricht. Bei nicht zu grossem Swell und mässigem Wind kann man am Sunset Beach sensationelle Wellenritte vor toller Kulisse erleben. Vor allem eine Surfsession im warmen Abendlicht ist einfach der Wahnsinn. Je stärker der Wind wird, desto mehr kommt er auch an den weiter nordwestlich gelegenen Spots an. Am Sunset Beach wird es dann im Tagesverlauf oft zu windig.

Ähnliche Windbedingungen wie am "Sunset", aber steile Abschussrampen findet man in der nahegelegenen, von Felsen eingerahmten Big Bay, die aufgrund ihrer Grösse nicht allzu viele Windsurfer verträgt. Ohne Wind ist die Big Bay der City Wellenreitspot von Kapstadt.

15 km nordwestlich der Big Bay liegt Melkboss. Ein breiter langer Sandstrand und ein auf den ersten Blick chaotischer Break erinnern ein wenig an unsere heimische Nordsee. Doch auf dem Wasser bemerkt man schnell den Unterschied: kraftvolle Wellen und perfekte Sideshorebedingungen garantieren tolle Surfsessions.

Die nächste Station auf der R 27 Richtung Nordwesten ist der Silverstroom Strand. Wir erwischen einen Tag mit 2m Wellen und konstantem, schräg auflandigem Wind von links. Der Spot ist toll zum Springen und man fühlt sich wie im heimischen Luftraum über der Ostsee. Die Manöver fallen leichter, da der an allen anderen Spots schräg ablandige Wind speziell beim Springen doch etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Wenn es am Sunset Beach und in Melkboss richtig ballert und Swell im Haus ist, lohnen sich die 80 km nach Yzerfontaine. "Yzer" ist unser Lieblingsspot und man kann Abreiten bis der Arzt kommt. Der Swell dreht um eine Landspitze und die cleanen Wellen laufen mit grossem Abstand in die zwei kleinen Buchten.

Ist in Kapstadt kein Wind, obwohl der Wetterbericht Südost ansagt, gibt es zwei Möglichkeiten.In der Lagune von Langebaan, die hervorragend zum Freistilen geeignet ist, wird der Wind lokal verstärkt.......manchmal! Im Nordwestteil der Lagune hat diese eine Öffnung zum Atlantik und bei grossem Swell und mit viel Glück drehen die Wellen in die Lagune hinein. Wir haben am "Club Mykonos" einen tollen Tag mit viel Wind und 2 m Chaos - Welle, obwohl in Kapstadt null Wind war.

Die zweite Chance auf Wind ist das Kap der Guten Hoffnung. Wenn der Wind genau aus Südost kommt, trifft man sich am Platboom Beach. Während der Anfahrt aus dem 110 km entfernten Kapstadt ist es garantiert spannend, denn das Wetter am Kap ist extrem wechselhaft. Wir stehen an der Strasse mit Blick aufs Wasser und trauen unseren Augen nicht. In einem ca. 1 km breiten Streifen reicht der Wind fürs 5,0er Segel und links und rechts daneben ist überhaupt kein Wind. In Witsands und Scarborough, zwei tollen Spots bei viel Swell, kommt er sogar aus der entgegengesetzten Richtung.

Platboom wartet oft mit grossen Wellen und rauhem Wind auf, wir haben dort viel Spass und sparen uns zwei neblige Tage am Blouberg Strand. Als wir wiederkommen und begeistert von Wind, Wellen und Sonnenschein berichten, gibt es verwunderte und neidische Gesichter.

Teil 3: Kapstadt und Umgebung
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