Südafrika - Mozambique (Reisebericht)

(Südafrika)

SA - Mozambique Teil III: Die Reise (Fortsetzung)

Wir schlagen in Maputo am Sonntag um ca. 13:00 Uhr auf und fahren sofort zum Strand Costa do Sol. Am Himmel stehen schon ca. 5 Kites, Wind aus Nord-Ost mit knapp unter 18 kts sideshore. Die Locals sind total nett und ausschliesslich weisse Südafrikaner und Portugiesen, die in Maputo leben und arbeiten. Der Strand ist zwar total verdreckt, auch mit Scherben, aber zum Kiten ist es sehr schön und überhaupt die erste Session des Urlaubs. In Maputo gibt es zwar noch andere Strände, aber bei Flut wird der Strand zum Starten und Landen sehr eng und dahinter liegt gleich die Ufer-Hauptstrasse.

Zur übernachtung fahren wir in das "Maputo Backpacker" auch an der Costa do Sol. Ein Doppelzimmer ohne Frühstück schlägt mit 350 ZAR zu Buche. Da wir das ziemlich teuer finden und uns Maputo nicht sonderlich gefällt, beschliessen wir am Montag, Richtung Süden nach Ponta do Ouro zu fahren. Einen ziemlich abgelegenen Spot an der Grenze zu Südafrika, der vor allem als Tauchrevier weltberühmt sein soll.

Die Anfahrt ist abenteuerlich und dauert insgesamt knapp über 5 Stunden, davon allein 3 Stunden für die letzten 57 km. In das riesige Schwemmsandgebiet südlich von Bueno/Salamanga bis Ponta dürfen nur Allradfahrzeuge einfahren (Polizeisperren). Landschaftlich lohnt sich ein Besuch in Ponta, aber die Infrastruktur lässt zu wünschen übrig. Ponta ist ein Ort, in dem ein paar Hippies und ein paar sehr geschäftstüchtige Südafrikaner leben, die sich das Abenteuer "Wildnis" gut bezahlen lassen. Allerdings kann man dort auch mit Delphinen schwimmen gehen.

Die preiswerteste Unterkunft findet man im Motel del Mar, dort gibt es voll eingerichtete Self Catering 4er Appartements für 430 ZAR pro Nacht. Ausserdem ist das Hotel Tag und Nacht bewacht. Sonst zahlt man schon für Unterkunft in einfachen Zelten 180 ZAR p.P. bis 380 ZAR p.P. für B&B.

Der Strand ist absolut traumhaft, aber es weht am Nachmittag ablandig aus südlicher Richtung (meist sehr böig) mit 8 bis 23 Kts. Da ich keinen kleinen Kite mitgenommen habe, drehe ich Däumchen und mache ein paar Bilder vom Strand.

Am nächsten Morgen aufstehen 5:00 Uhr und dann warten auf Wind. Es weht zunächst mit 2-3 Kts aus östlicher Richtung. Deshalb brechen wir um 8:00 Uhr auf Richtung Südafrika. 9 km südlich reisen wir über den Grenzübergang Kosi Bay nach Südafrika. Auf südafrikanischer Seite führt eine gut ausgebaute Teerstrasse bis an die Grenze, die Zivilisation hat uns wieder!

Wer auf seinem Südafrika Trip trotzdem mal nach Ponta will, muss nicht unbedingt einen Jeep mieten. Man kann bis an die Grenze bei Kosi Bay mit einem normalen PKW fahren (auch wenn das in den Landkarten fehlt!), den PKW dort parken und sich dann von Wirten aus Ponta abholen lassen. Das setzt lediglich eine Vorbuchung voraus.

Von Kosi Bay fahren wir weiter zum Sodwana Bay National Park. Der Strand ist ebenfalls super und mit Jeeps befahrbar, was riesig Spass macht. Sodwana ist eines der Top-Reviere nordöstlich von Durban und bietet jede Menge an Unterkunftsmöglichkeiten. Da der Wind weiter schwächelt, mittlerweile mit 10 - 12 km/h aus NO, brechen wir um 13:00 Uhr die Zelte ab und fahren weiter nach St. Lucia, ca 180 km oder 2 Stunden weiter südlich.

Leider ein Fehler, denn bis 15:00 Uhr frischt der Wind auf 23 Kts aus NO sideshore auf. Damit verpasse ich eine Super-Session und drehe wieder mal Däumchen am Strand.

Nachts und am nächsten Tag fegt ein Tiefdruckgebiet aus dem Süden mit Windgeschwindigkeiten von über 30 Kts und Regenschauern vorbei. Deshalb geht es wieder auf Safari in den Hluhluwe-Umfolozi National-Park. Und das schlechte Wetter beschert uns unsere erste richtige Leoparden-Sichtung.

Eine falsche Leopardensichtung (gilt übrigens auch für Löwen) besteht aus einem Rudel Autos, deren Insassen wie gebannt stundenlang mit dem Fernglas auf einen bestimmten Punkt im Gelände starren und jedem der vorbeikommt aufgeregt berichten, es sei ein Leopard gesehen worden .

Am Tag drauf sind für den Vormittag wieder 12 bis 16 Kts aus NO angesagt, die sich im Tagesverlauf wieder steigern sollen. Um 5:34 Uhr fahren wir in den St. Lucia Wetland Park ein, ca. 30 Minuten später sind wir am Spot. Cape Vidal ist mittlerweile über eine neue Teerstrasse bequem erreichbar, es werden aber wie bisher pro Tag nur 120 Fahrzeuge in den Park gelassen.

Bei Ebbe sind ein paar Felsen im Wasser, auf die man achten muss, ansonsten ist der Spot absolut super geil. Ich kite (10er Speed) bis 11:30 Uhr dann ist der Wind wieder so stark, dass ich einpacken muss. Aber ich bin sowieso total gestoked und wir fahren zurück nach St. Lucia mit einer ausgedehnten Tour durch den Park. Am nächsten Tag weht es wieder Vormittags, so dass ich bis ungefähr 11:00 Uhr kiten kann, danach wieder Starkwind.

Cape Vidal ist das Revier schlechthin in St.Lucia. Es gibt zwar auch ein Flussmündung mit Flachwasser, allerdings wird die von Nil-Krokodilen und Nilpferden bewacht. Kiten lässt sich dort also nicht. Der Sandstrand von St. Lucia ist zwar sehr schön, aber das Wasser ist, wie im Vorjahr, anscheinend ständig getrübt. Also beste Jagdgründe für die gefährlichen Haiarten, deshalb sollte man hier IMHO nicht kiten. Ansonsten sind Haie kein Problem.

Da wieder starker Wind angesagt ist, geht es nach ein paar Tagen weiter Richtung Süden nach Durban. Ansprechpartner in Durban für Ausrüstung und Fragen zu Spots ist Rob Crystal vom Kiteshop Ocean2Air. Die Jungs sind super nett und wissen alles über die Spots an der gesamten Küste.

Durban ist bei fast allen Windrichtungen kitebar, am Besten bei den sowieso vorherrschenden Richtungen aus NO bis SO. Allerdings kann sich am Beach ein ziemlich starker sidewash entwickeln. Wenn dann der Wind noch fast direkt onshore kommt, wird das Kiten aufgrund des relativ starken shorebreaks ziemlich schwierig. Es gibt also auch kaum Stehbereich. Etwas leichter ist es, wenn man im Schatten der Pier am Surfclub (Wellenreiter) kitet, weil dort das Wasser durch angespülten Sand etwas flacher ist. Die Strände sind hier bis 400 Meter vor die Küste mit Hainetzen gesichert.

übernachten kann man in verschiedenen Backpackern, auch mitten in der Stadt. Empfehlen würde ich aber das Agape Backpacker (190 ZAR pro Hütte) auf dem Bluff (da gibt es noch 2 ausgesprochene Surfer-Backpacker), aber am Besten schaut man sich alles einfach mal an. Der Begriff Backpacker ist in dem Zusammenhang etwas erklärungsbedürftig. Im Grunde haben gute Backpacker in SA verschiedene Klassen von Unterkünften, die von einfachen Mehrbettzimmern mit Stockbetten bis Selbstversorger Chalets reichen. In der Regel muss man für ein 2 er Chalets mit Selbstversorgung (Kühlschrank + Kochmöglichkeit) um die 200 ZAR pro Nacht rechnen.

Die nächsten Tage ist der Wind wechselhaft und unser Programm besteht aus Kiten und Sightseeing in Durban. Unternehmen lässt sich dort sehr viel. Nach einem kurzen Abstecher von 3 Tagen nach Scottburgh und Port Shepstone südlich von Durban kehren wir wieder in die Stadt zurück, weil das Wetter für einen reinen Badeurlaub zu schlecht ist. Wind gibt es in dieser Zeit wieder satt. Oftmals leider wieder über 20 Kts aus NO, so dass ich nicht jeden Tag zum Kiten komme.

Die Strände südlich von Durban sind gut kitebar, aber relativ felsig. Die Küstenlinie wird auch wilder und ist mit der Küste weiter nördlich bei St.Lucia und Sodwana Bay nicht mehr zu vergleichen. Gleichwohl ist Scottburgh unter Surfern für seine Wellen bekannt und einer der Top-Wellenreit-Spots in Südafrika. Ein paar Tage übernachten wir im Vulamanzi Backpacker für 250 ZAR für eine Hütte auf Stelzen. Dieser Backpacker ist einer meiner Favoriten für die besten Backpacker in SA. Leider stört die nahe Bahnlinie etwas, aber der Blick auf die Rocky Bay gleicht das alles aus.

Die letzten Tage fahren wir dann Richtung Johannesburg, von Durban ca. 600 km entfernt, um uns noch die Drakensberge anzusehen. Diese Bergkette ist die Grenze zwischen dem Highveld und dem Lowveld und ragt steil bis 3.500 m in den Himmel. Die Natur und die Berge sind beeindruckend und es gibt wirklich tolle Wanderwege. Natürlich kann man dort auch kiten.

Sobald man das Lowveld verlassen hat, kann in allen Süsswasserseen unbedenklich gebadet werden. Es besteht keine Gefahr durch Crocs, Hippos oder Bilharziose. Wir fahren zunächst den Midmar Dam an (für alle Windrichtungen kitebar), der direkt an der N3 liegt und machen einen Tag später einen Abstecher an den Sterkfontein-Dam National-Park in der Nähe von Harrismith.

Im Sterkfontein-Dam-Park, einer Halbinsel an der Ostseite (R74), kann man in schönen Chalets oder auf Campingplätzen übernachten. Die Chalets sollte man aber unbedingt vorbuchen; Tel (058) 6223520. Oder man übernachtet 30 km weiter im "Amphiteater Backpacker" vor traumhafter Bergkulisse. Der Park hat für jede Windrichtung eine passende Bucht. Man kann aber auch auf der Westseite des Sees "wild" an das Ufer heranfahren.

Leider schwächelt hier der Wind, als er endlich anfängt aufzufrischen, müssen wir weiter zum Flughafen. Unser Flug geht abends um 20:45 Uhr aus Johannesburg raus, um 5:30 Uhr früh sind wir wieder in Frankfurt.

Auf dem Rückflug gab es übrigens ebenfalls keine Probleme mit dem Kitegepäck oder den vielen Tüten und einem zusätzlichen Rucksack mit all den Mitbringseln.

Alles in Allem empfehle ich die Mitnahme aller Kitegrössen. Für die Welle sollte man nach meiner Meinung wohl nicht zu kleine Boards mitnehmen. Rückblickend meine ich, dass ohne die Woche im Krügerpark an ca. 60 % der Tage Wind mit an oder über 20 Kts geblasen hat. Allerdings scheint dieser Sommer in SA nach der Meinung der Locals einer der windreichsten der letzten Jahre zu werden. Das Wasser war schon mindestens 20 Grad warm und die Lufttemperatur lag zwischen 23 - 25 Grad bei Bewölkung und ca. 30 Grad bei Sonne.

Also beste Bedingungen. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen!
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Eure Kommentare zu dieser Seite

Mozambique (Antworten: 0)

Gast schrieb am Nov 20, 2006 12:00:00 AM
War letztes frühjahr in Mozambique.
Pkw: mit etwas Glück und Verstand kommt man auf der Hauptstrasse 2400km weit easy mit einem alten Pkw durchs Land. Nebenstrassen je nach dem.
Wind: ist so mittel, v.a. im Norden ist aber laut Locals zur Monsunzeit konstant viel Spass drin.
Zivilisation: findet sich meiner Meinung 10x mehr in Mozambique denn in Südafrika...
geh hin und entdecke . ein Traum!

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